Integration durch Ehrenamtliches Engagement

Straßenfußball-Projekte an Schulen

Buntkicktgut an Schulen

Förderprogramm des Bayerischen Jugendrings „Flüchtlinge werden Freunde"

Der Gong hallt am späten Nachmittag durch das Schulgebäude und jedem Schüler ist damit klar: Endlich ist die Schule aus! Aber was machen Jugendliche am Ende eines Tages außer Hausaufgaben und chillen? „Buntkicktgut" bietet zielgerichtete und sinnerfüllte Angebote. In Zusammenarbeit mit den verschiedenen Jugend-Schulsozialarbeiterinnen an Schulen führen ausgebildete Schoolfootballworker wöchentlich Trainingseinheiten an zwei ausgewählten Grund- und Mittelschulen durch.

Die Ausbildung erfolgte bei den Jugendlichen mittlerweile über einen Zeitraum von zwei Jahren. Angefangen als Teilnehmer bei den allseits bekannten „Buntkicktgut"- Turnieren im Raum Niederbayern konnten sie ihren Platz im Straßenfußball finden. Bei deutschlandweiten Schulungen wurde zum Austausch und zur fachlichen Weiterbildung eine Plattform angeboten, in der motivierte und tatkräftige Interessenten ihr soziales und sportliches Know-How kontinuierlich erweitern konnten. Das Ergebnis wird jetzt sichtbar.

Das Straubinger „Buntkicktgut"-Team, Günter Petzko, Betreuungsverein 1zu1 und André Ulrich vom Projekt IDEE Straubing, konnten eben diese Jugendlichen an die Grundschule Ulrich Schmidl und die Mittelschule St. Stephan in Alburg vermitteln. Diese Schulen stellen den School-Footballworkern die nötigen Rahmenbedingungen zur Verfügung, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Vor Ort wird der Kontakt zu Eltern und Kindern durch entsprechendes Fachpersonal unterstützt. An der Grundschule Ulrich Schmidl unterstützt Sozialpädagogin Julia Söldner die Streetfootballworker, die eine Gruppe von knapp 20 Kindern im Freizeitfußball trainieren. An der Mittelschule St. Stephan ist Sibylle Kurz Ansprechpartnerin für die engagierten Jugendlichen und Eltern.

Wer steckt nun hinter den Schoolfootballworkern, die versuchen, das außerschulische Angebot Straßenfußball-Liga zu beleben? Es sind vor allem die fünf Hauptakteure im Alter von 16 bis 18 Jahren: Joan, Ridwahn, Mohammed, Barzan und Omran. Vor nicht allzulanger Zeit kamen die fünf Freunde als Geflüchtete nach Straubing und versuchten ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Bereits als Spieler kamen sie regelmäßig zu den Turnieren und gestalten den Aufbau der Straßenfußball-Liga entscheidend mit. Heute tragen sie das Motto „Wir sind Buntkicktgut" an Schüler ihrer Nachwuchsmannschaften weiter. Dabei ist es egal, woher man kommt – es kommt darauf an, wie man miteinander umgeht. Mit diesem Teamgeist haben die neu geformten Mannschaften an zwei überregionalen Turnieren im Rahmen der Sommerliga der „Interkulturellen Straßenfußball-Liga Niederbayern" teilgenommen. Um den Wettkampfgedanken noch aktiver zu gestalten, planen die beiden Gruppen der teilnehmenden Schulen bereits gemeinsam eine städtische Meisterschaft, um das beste Team auf lokaler Ebene ermitteln zu können. Gefördert wird das Projekt durch das Programm des Bayerischen Jugendrings „Flüchtlinge werden Freunde".

 

Quelle: Straubinger Tagblatt, 21.07.2016