Integration durch Ehrenamtliches Engagement

Vorfreude auf Aktivitäten im Außengelände

Vorfreude auf Aktivitäten im Außengelände

Verwaltungsrat des Jugendzentrums tagte – Schlachthof-Areal wird künftig mitgenutzt

Das  Jugendzentrum  (JUZ)  wird auch in seinem neuen Domizil in der Villa des Alten Schlachthofs gut angenommen, bilanzierte der Kommunale Jugendpfleger Helmut Spiegler bei  der  jüngsten  Sitzung  des  Verwaltungsrats  des  Jugendzentrums. Das große Plus des jetzigen Standorts gegenüber der früheren Heimat an der Petersgasse sei das Außengelände, das in den nächsten Monaten für sportliche, gesellige und kulturelle  Aktivitäten  genutzt  werden soll. Außerdem will das JUZ-Team künftig mit der benachbarten Schule der Phantasie und dem ebenfalls in  der  Villa  beheimateten  Stadtjugendring zusammenarbeiten.

Kernstück der offenen Jugendarbeit im Jugendzentrum ist der offene Betrieb von Dienstag bis Freitag jeweils nachmittags bis abends. Die Öffnungszeiten  hätten  sich  bewährt: Täglich nähmen 15 bis 30 Jugendliche  das  Angebot  wahr,  das sich  an  ihren  Wünschen  orientiert, erklärte Helmut Spiegler in seinem Tätigkeitsbericht.  Weitere  zehn  bis 35  Jugendliche  nutzten  jeweils  die Gruppenangebote der Theatertruppe  „Mundpropaganda",  der  Musicalgruppe  „Cell  Theater"  oder  der Breakdance-  und  der  Parkour- Gruppe. Bei seinem Rückblick auf diverse Veranstaltungen  wie  Konzerte, Graffitti-Aktionen, Workshops und Turniere  stellte  Spiegler  heraus, dass vor allem das Angebot des internationalen  Kochens  erstaunlich gut  angenommen  werde.  Um  das JUZ  noch  bekannter  zu  machen, regte  Stadtrat  Bernd  Vogel  an, Schulen  anzubieten,  mit  Schülern vorbeizukommen und sich über das
Angebot zu informieren.

Konzert der Gruppe „dicht und ergreifend"

Dass im JUZ in den kommenden Monaten einiges geboten ist, wurde in  Spieglers  Programmvorschau deutlich:  Am  25.  April  findet  ein Billard-Turnier statt und die Theatergruppe „Mundpropaganda" präsentiert  am  2.  und  3.  Mai  im  Anstatt-Theater ihr aktuelles Theaterstück „Kulturschock". Am 31. Mai ist  ein  Parkour-  und  Tricking-Jam in der Turnhalle des Johannes-Turmair-Gymnasiums  angesetzt.  Die bayerische  Rap-Kombo  „dicht  und ergreifend",  die  mit  ihrem  Song „Zipfeschwinga" und dem dazu am Gäubodenvolksfest gedrehten Video Furore machte, konnte für ein Konzert am 14. Juni gewonnen werden. Bei  einer  school-is-over-Party  am 26.  Juli  können  die  Jugendlichen das Ende des Schuljahres betrauern und am 20. September wird ein Fest der Jugend stattfinden. Noch keine fixen Termine gibt es für  ein  Open-Air-Kino  zwischen den beiden Hallen am SchlachthofGelände  sowie  für  ein  Basketballturnier,  einen  Poetry-Slam,  eine Aufführung  der  Musical-Gruppe „Cell  Theater"  sowie  Workshops und Veranstaltungen in Zusammen arbeit mit dem Projekt „IDEE" - Integration durch ehrenamtliches Engagement.

 

Dieses  Projekt  sei  eine  Schnittstelle  zwischen  Jugendlichen  mit Migrationshintergrund  und  dem Ehrenamt, erklärte Sozialpädagoge André  Ulrich  den  Mitgliedern  des Verwaltungsrates. Die jungen Leute würden in unterschiedlichen Aktionen motiviert, ihre Interessen aktiv zu gestalten und andere daran teilhaben zu lassen. Als Beispiel nannte er  die  Parkour-Gruppe,  die  in  der Ulrich-Schmidl-Turnhalle  trainiert.  Jugendliche  können  über „IDEE" zu Jugendleitern oder Trainern ausgebildet werden, um in Vereinen  Verantwortung  zu  übernehmen. Das Projekt ist am Jugendzentrum  angesiedelt  und  wird  vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für drei Jahre mit 150000 Euro gefördert. „Es ist sehr bedauerlich, dass das, was in drei Jahren aufgebaut wird, wie  so  oft  nicht  weiterfinanziert wird,  selbst  auf  einem  geringeren Standard",  bemängelte  Martin Ernst,  Leiter  der  Kindertagesstätten  der  Caritas. 

Die  anderen  Mitglieder des Verwaltungsrats, die wie er sehr angetan sind von dem Projekt, pflichteten ihm in seiner Kritik bei.  Bürgermeisterin  Maria  Stelzl sprach  Helmut  Spiegler  indes  ein Kompliment  aus,  die  Förderung überhaupt  für  Straubing  an  Land Außengeländes genutzt werden, für sportliche  Aktivitäten  wie  Basketball- oder Soccerspiele genauso wie für  gesellige  Runden  oder  Kultur-Veranstaltungen,  etwa  Konzerte oder  ein  Open-Air-Kino.  Weiter  in den  Fokus  rücken  will  das  JUZ-Team außerdem die Kulturarbeit gezogen zu haben. Auch  künftig  werde  der  offene Betrieb im JUZ das Kernstück der offenen  Jugendarbeit  im  Schlachthof bleiben, betonte Spiegler. Daneben soll aber auch das Potential des Außengeländes genutzt werden, für sportliche  Aktivitäten  wie  Basketball- oder Soccerspiele genauso wiefür  gesellige  Runden  oder  KulturVeranstaltungen,  etwa  Konzerte oder  ein  Open-Air-Kino.  Weiter  in den  Fokus  rücken  will  das  JUZ-Team außerdem die Kulturarbeit. 

 

Gebühren für Internetcafé werden wohl abgeschafft

Natürlich können Jugendliche im JUZ  auch  im  Internet  surfen,  und zwar  für  50  Cent  pro  Stunde.  Daraus summieren sich Jahreseinnahmen  von  130  Euro.  Der  Verwaltungsaufwand für diese Einnahmen seien aber vergleichsweise groß, wie Spiegler schilderte. Zudem nutzten viele  Jugendliche  heute  Smartphones mit Flatrates und die Kosten für eine Internetverbindung seien generell  gesunken.  Deshalb  waren  sich die  Verwaltungsrats-Mitglieder  einig, dass künftig auf Gebühren für die Nutzung des Internetcafés verzichtet werden soll. An den Stadtrat wird  ein  entsprechender  Empfehlungsbeschluss weitergeleitet.

 

Quelle: Straubinger Tagblatt, 11.04.2014