Integration durch Ehrenamtliches Engagement

Der beste Sport der Welt

18.11.2014

Jugendzentrum und Projekt IDEE veranstalten Parkour-Schnuppertag

„Kunst der effizienten Fortbewegung"  nennen  Parkourläufer  ihren Sport.  Dabei  geht  es  darum,  so schnell  wie  möglich  von  Punkt  A nach Punkt B zu kommen, und das nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers. Seit ein paar Jahren gibt es auch eine Parkour-Szene in Straubing  unter  dem  Dach  des  Jugendzentrums.  Um  diese  bekannter  zu machen und um Akzeptanz zu werben,  veranstalteten  die  jungen Sportler und das Projekt IDEE am Samstag einen Schnuppertag in der Turnhalle am Peterswöhrd.

Parkour Jam 18.11.2014

„Seit  2002  gibt  es  Parkour  in Deutschland",  erklärt  André  Ulrich, Leiter des Projektes IDEE. Angefangen  habe  es  in Großstädten und Ballungszentren, aber nach und nach  dringe  der  Trend-Sport  auch in den ländlichen Raum vor. Das Internet  hat  wesentlich  zur  Verbreitung beigetragen. In Video-Portalen und  Sozialen  Netzwerken  zeigen Parkour-Läufer oder Traceure, wie man sie auch nennt, Filme, in denen sie  auf  spektakuläre  Weise  über Mauern  oder  von  Hausdach  zu Hausdach  springen.  Das  fasziniert Jugendliche.

 

So ging es auch Marc Steiger. Der 18-Jährige  trägt  großen  Anteil  daran, dass der Sport allmählich auch in Straubing Fuß fasst. „Das Faszi nierende ist", sagt er, „dass du machen  kannst,  was  du  willst  und  es kostet kein Geld". Ähnlich sehen es auch Mike Szech und Kacper Kubis. „Es ist einfach der beste Sport der Welt", sagen sie. Und das Beste sei:
Man  könne  immer  und  überall üben. Zudem helfe er einem auch im echten  Leben.  Man  bleibe  fit  und komme immer schnell von A nach B. Wie  spektakulär  der  Sport  sein kann,  präsentierten  die  Parkour-Läufer des Jugendzentrums am Wochenende  in  der  Turnhalle  am  Peterswörth bei einem Schnuppertag. Die  Organisation  übernahm  dabei das Projekt „Integration durch ehrenamtliches Engagement" (IDEE), das vom Bundesministerium für Familie und Jugend unterstützt wird. Es stellte sich heraus, dass der Sport auch  schon  bei  den  Kleinen  eine große Fangemeinde besitzt. Teilweise  waren  über  40  Kinder  und  Jugendliche  in  der  Sporthalle  und probierten  sich  an  den  verschiedenen Geräten.

 

An  einem  Stahlgerüst,  das  man aus München beschafft hatte, hangelten  sich  die  großen  und  kleinen
Traceure von Stange zu Stange. Der Akltivspielplatz  stellte  eine Air-Tracking-Matte zur Verfügung, auf  der  die  erfahrenen  Sportler Überschläge und Saltos zeigten. Für die Anfänger wurde ein Trampolin bereitgestellt,  auf  dem  nicht  weniger spektakuläre Sprünge gelangen. Am  Nachmittag  boten  die  geübten Parkour-Läufer  dann  Workshops
für  Kinder  an  und  gaben  erste Tipps.

Parkour Jam 18.11.2014

Am Ende zeigte sich André Ulrich mehr als zufrieden. „Heute ist viel Nachwuchs da", stellte er fest. Überrascht war er vor allem von der Fitness der Kleinen. „Das zeigt, dass in der Freizeit viel gemacht wird, da steckt großes Potenzial dahinter." Eben deshalb sei ein solches Treffen auch so wichtig. Dass der Sport allerdings auch einige Gefahren birgt, leugnete niemand. Vor allem, wenn die Jugendlichen alleine durch die Städte laufen, sei die Gefahr der Überschätzung oft sehr groß. Aber deshalb, sagte Ulrich, sei man auch da. „Wir geben den Sportlern Hilfestellung
und die Möglichkeit zu trainieren." Im Jugendzentrum könne man sich austauschen und Erfahrungen weitergeben. Ebenso besteht zweimal wöchentlich die Möglichkeit, den Sport unter Betreuung in einer Halle auszuüben.
Eines lag den Jugendlichen besonders am Herzen: Sie wünschen sich für ihren Sport mehr Akzeptanz in der Bevölkerung. „Wir wollen mit der Veranstaltung auch unseren Sport näherbringen und die Öffentlichkeit sensibilisieren", sagt Ulrich. Der Pädagoge, der selber gerne Parkour läuft, weiß, dass viele Menschen Bedenken haben, wenn sie Parkourläufer sehen. „Wenn einer mal über einen Zaun oder eine Mauer springt, sollte man nicht
gleich die Polizei rufen." Außerdem lautet ein Prinzip der Szene, dass der Traceur die Umwelt respektieren sollte. Schließlich ist er auf sie angewiesen.

 

Quelle: Straubinger Tagblatt, 18.11. 2014