Integration durch Ehrenamtliches Engagement

Integration ohne erhobenen Zeigefinger

Organisatoren

Organisatoren des Hallenfußballturniers im Rahmen des Projekts IDEE

IDEE macht Migranten zu Ausbildern für Vereine etc. Das Straubinger Projekt ist eine von deutschlandweit 60 Initiativen, die der Bund fördert.

 

„Das Bild der Menschen mit Migrationshintergrund in der Öffentlichkeit zu verbessern", das war die Idee des Sozialpädagogen André Ulrich. Und so rief der Mitarbeiter des Jugendzentrums Straubing letztes Jahr ein Projekt ins Leben. „IDEE – Integration durch ehrenamtliches Engagement" wurde es genannt. Das Projekt des Jugendzentrums ist das erste seiner Art in Ostbayern. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert nur 60 solcher Projekte pro Jahr. Drei Jahre lang erhält IDEE nun Zuschüsse. Das Ziel steht fest, man will mit Vorurteilen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund aufräumen und sie in die Gemeinschaft integrieren. Durch Aktionen wie einem offenen Hallenfußballturnier Mitte Februar will Ulrich als Betreuer des Projekts dessen Bekanntheitsgrad verbessern. „Die Leute sollen wissen, was IDEE ist", wünscht sich der Sozialpädagoge. 100 Fußballspieler kamen zu der Veranstaltung und belohnten das Organisationsteam mit tobendem Applaus.

Leute durch ihr Hobby ansprechen

„Wir wollen die jungen Menschen aktivieren und sie durch ihre Hobbys ansprechen", erklärt Helmut Spiegler, der Leiter des Jugendzentrums in Straubing. Durch gezielte Ausbildungen und Workshops soll ein „Pool an Experten" entstehen. Das Jugendzentrum bietet dazu für die Menschen unterschiedlichster Kulturen und Altersgruppen die Möglichkeit, sich zum Übungsleiter oder Jugendbetreuer ausbilden zu lassen. So kann man sich im hauseigenen Tonstudio ausbilden lassen, Übungsleiterscheine für Fußball oder andere Sportarten machen oder sich an der Theatergruppe beteiligen.
„Die Angebote richten sich je nach den Interessen der Jugendlichen, dadurch ist alles möglich", sagt Helmut
Spiegler. Deshalb hat das Jugendzentrum auf Nachfrage der Jugendlichen einen Workshop im Bereich der neuen
Medien organisiert. „Die Parcours-Läufer und Skater haben uns erzählt, dass sie gerne Videos drehen und das professionell beherrschen möchten", erklärt André Ulrich. Also wurde kurzerhand ein Videoworkshop mit Referenten des niederbayerischen Bezirksjugendrings organisiert. In manchen Bereichen übernimmt das Jugendzentrum die Ausbildung selbst, in anderen Bereichen, für die es keine Profis zu Hand hat, holen die Mitarbeiter sich professionelle Unterstützung und organisieren Workshops mit Referenten. Dank der finanziellen Förderung durch das Bundesministerium werden den jungen Menschen die besten Möglichkeiten geboten – und das kostenlos.

 

Ein Pool an Experten
„Wir suchen Leute, die Lust auf das Projekt haben und sich ehrenamtlich engagieren wollen, und bilden sie aus", erklärt André Ulrich. Damit dieser Pool an Experten auch untereinander zusammenwächst, bietet das Jugendzentrum diesen Leuten eigene Aktionen wie Kanufahren an.

Diese Gruppe an ehrenamtlichen Helfern wuchs nicht nur durch ohnehin schon Aktive des Jugendzentrums. „Unser Integrationsprojekt hat sich schnell rumgesprochen und es kommen sehr viele, die noch keine Berührung zum Jugendzentrum hatten", freut sich André Ulrich. „IDEE – Integration durch ehrenamtliches Engagement" erstreckt sich
über das Jugendzentrum hinaus. Diese Netzwerkarbeit ist Helmut Spiegler dabei sehr wichtig. Das Projekt arbeitet daher auch mit Schulen im außerschulischen Bereich zusammen.

 

Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 26.02.2014